In 30 Jahren — Hilfe zur Selbsthilfe Begegnung Jena e.V. wurden unter dem Leitbild von und für Betroffene viele Lebensgeschichten begleitet und unzählige Geschichten mitgeschrieben. Einige Erfahrungen der Menschen, welche in diesen Jahren in unterschiedlichen Bereichen und Funktionen unsere Angebote bereichert haben, wollen wir sichtbarmachen.
Mit Ihren Geschichten und Bildern zeigen die Beteiligten was — ‚von und für Betroffene‘ in einer zieloffenen Suchhilfearbeit ermöglicht. Die hierbei erzählten Geschichten wurden mit den Beteiligten auf-gezeichnet und ermöglichen zusammen mit den Porträtfotos einen kleinen Einblick in das Leben und die Arbeit der vielen sehr engagierten ehrenamtlichen und professionellen Mitarbeiter in der Vereinsgeschichte.
Die Auseinandersetzung mit einer Abhängigkeitsproblematik stellt Menschen vor die unterschiedlichsten individuellen und sozialen Herausforderungen. Der Umgang mit einer Abhängigkeitserkrankung bzw. problematischem Konsumverhalten, ist für Menschen, die selbst betroffen sind oder diese Problematik als Bezugsperson im sozialen Umfeld miterleben eine große Herausforderung. Es gilt bestehende Handlungsstrategien und -kompetenzen zu verändern bzw. anzupassen.
Diese Veränderungen erweisen sich häufig als ein langwieriger Prozess, somit eher als Marathon wie als Sprint. Es werden Veränderungen in der bisherigen Lebensweise notwendig, die weitgreifend sind und manchmal den bisher gelernten Lösungsstrategien entgegenstehen. Dies zeigt sich nur selten in einfachen und linear verlaufenden Entwicklungen.
Von diesen individuellen Veränderungsprozessen und Herausforderungen berichten die Geschichten. Sie zeigen auf, dass der Umgang mit einer Abhängigkeitserkrankung von jedem selbst und über die eigene Selbstwirksamkeit erfolgt. Sich als handelnde Person wahrzunehmen, bedarf Räume in denen diese Erfahrungen gemacht und erlebt werden können.
Wir danken den Menschen, die hier ihre Geschichte teilen sowie Wolfgang Unger für die fotographische Unterstützung dieses Projektes.